2024 - …
Psalmen
Gedichte, die Gebete sind.
Die ersten meiner Psalmen entstanden im Jahr 2024. Wie die Psalmen aus dem alten Testament der Bibel sind es Worte oder Gesänge, die an Gott gerichtet sind, oder die über Gott sprechen. Immer ist er das Thema oder der Adressat. Loben, Preisen, Danken, Bitten, Flehen.
Mit all meinen Gefühlen und inneren Regungen kann ich mich als Mensch an Gott richten: mit Staunen, Wundern, Dankbarkeit oder auch mit Angst, Hoffnung, Zweifel und Verzweifeln, Hadern und sogar Langeweile. Psalmen sind ursprünglich Lieder, die mit der Harfe oder einem Saiteninstrument begleitet werden.
Mein Ziel war von Anfang an, 150 dieser Psalmen zu schreiben - so wie es im Buch der Psalmen 150 Psalmen von unterschiedlicher Hand und aus unterschiedlicher Zeit gibt. Meine Psalmen sind bisher nicht nach Themen gruppiert, sondern durchnummeriert nach der Reihenfolger ihrer Entstehung.
1
Herr mein Herz ist eng
und dunkel die Enden meiner Gedanken
Angst schleicht wie eine Katze
Wie aufsteigender Nebel
Lenke du mein Denken
Ich bin zu schwach
Und glaube der Wahrheit
Die keine ist
Wie die Sonne strahlst du
In den Ast meiner Sorge
Schon wird er grün
Bald trägt er Früchte
2
Herr ich rufe dich an am Morgen
Zu dir richte ich meine Gedanken
Mein Herz braucht diese Wendung zu dir
So tief ist sein Sehnen.
Nur bei dir wird es ruhig
Und lebendig
Kehr um, Herz, dein Gott ist dein Heil
Er wartet und bietet dir Zuflucht und Schutz.
Ohne meine Bewegung zu dir,
Mein Gott, bin ich verloren
Mein Herz wird umzingelt,
Umstellt, bedroht und gehetzt
Von zehntausend Dingen.
Erhebe dich Mensch aus deiner Verstrickung
Und suche den Herrn!
3
Wenn ich nachts schutzlos schlafe
Ohne Kontrolle über mein Denken
willenlos bewusstlos
Ohne Macht über mich
Kommt der Feind
Und verrichtet sein Werk:
Lüge und Zweifel und Angst.
O Herr, komm mir zu Hilfe!
Rette mein Denken, mein Wünschen, mein Sehn.
Beim Erwachen will ich dich preisen
Beim ersten Licht dein Erbarmen erflehn.
4
Wie gut ist es zu dir zu gehn
Nach einem Tag voller Bilder
Nach einer Nacht voller Schatten
Dein reich ist die Ewigkeit
Du empfängst mich voll Freude
Du bist die Liebe, die alles umfängt
Dir gehört die ganze Wahrheit.
Da darf ich ausruhen
vom Kampf der Bedürfnisse
An der Quelle sein
Ursprung aller Gefühle
5
Wie gut ist es, Herr, deinen Namen zu kennen
Wie dankbar bin ich, dass ich dich habe!
So viel Glück und Zuversicht legst du mir zu Füßen
Mein Weg ist gebahnt und geebnet von dir.
Er führt mich durch dieses Leben
Durch die Welt der Ereignisse.
Du hast ihn bereitet,
dass ich auf ihm gehe
Von dir kommt all meine Lebenskraft
Der Antrieb für meine Taten.
Meine Fehler und Sünden sind dir nicht zuwider
Du hast alles vergeben
am Anfang.
Wir sind befreundet -
Und doch bist du hoch erhaben.
Du bist allmächtig -
Und bist doch mein Diener.
Wie kann ich sprechen über unser Verhältnis?-
Meine Seele ist nur wie ein Grashalm im Wind
Du lässt ihn wachsen.
6
Herr aus dem Dunkel meiner Sorgen gehe ich dir entgegen
Den steilen Weg aus dem Loch meiner Nacht
Ich erklimme täglich den Berg der Wahrheit
Jeden Morgen neu
Aus Schutt und Trümmern ringsum
Hilf mir aus meiner Verstrickung
Leite mich wieder ans Licht
Allein bin ich schutzlos und müde
Mit dir kommt das Leben zurück
Deinem Wort will ich wieder vertrauen
Deinen Zuspruch wieder erflehn
Gott komm mir wieder entgegen
Denn ich bin schwach und gebeugt
7
Wie zärtlich bist du,
Wie nachgiebig und verständnisvoll.
Ich muss dir nicht genügen.
Bei dir ist Wohlwollen.
Nicht so im Kreis meiner Feinde
Sie fragen mit Hintergedanken
Sie sagen das halbe
und verschweigen den Rest
Sie wollen das falsche
Es liegt nur wenig daneben
Neben dem Guten
Und gleicht ihm genau
Wie eine Nachbildung, ein Abbild
Schön wie die Sonne
Und führt doch ins Verderben
8
In meinem Leben lauern Gefahren
An jeder Ecke steht ein Dieb
Sie geben mir Tipps
Bieten sich an als Helfer
Aber dann reißen sie mich in Stücke
Fallen mir in den Rücken
Betrügen mich
Herr du kennst meine Absicht
Du weißt von meiner Unschuld
Du alleine und deine Engel
Tun mir Gutes
Verfolgen mich nicht
Stellen mir keine Fallen
Bei dir darf ich ausruhen
Und sein wie ich bin
9
Mein Herz ist geteilt
In gut und böse
Wer in mir soll entscheiden? -
Der, dessen Name ich kenne
der, der sich geoutet hat
der Gute, der Hirte
der schwache Tröster
der Heiland mit der Wunde
das Opfer der Menschen
Täglich zu sehen
im Kampf mit sich selbst
Täglich verloren
Täglicher Sieger
Der soll entscheiden
10
Wie köstlich und gut
Ist der Weg den du zeigst
Ist die Richung deiner Gedanken
Die Weisung von dir
Der ich folge bei Tag und bei Nacht.
Nichts kann mir fehlen
Auf der Straße der Güte
Sie ist gerade und endlos erscheinend für mich.
Abgrund, Verderben und Zweifel ringsum
Aber hier darf ich fahren und stehen.
Gras am rand
Wasser in der Wüste
11
Herr du siehst meine Unruhe
mein Herz ist bewegt von zehntausend Dingen
Sind es Gedanken?
Sind es Gefühle?
Du hast mein Inneres geschaffen
Und auch das äußere
Du durchströmst und belebst alles
Mein Atem bist du
Wenn er stockt stockst du
Das Leben bist du
Das Beleben
Aus und ein bist du
Tag und Nacht
Universum und darüber hinaus
Nichts kann mich von dir trennen
Nur mein freier Wille
12
Herr wie gut ist es bei dir zu sein
Ankommen
Wie wunderbar ist deine Freundlichkeit
Im Herzen
Tausend mal verlasse ich dich
Tausendmal Wiederkehr
Mein Leben ist für dich wie ein Tag
Sonnenschein
Alles hast du zur Verfügung gestellt
Als Geschenk
Alles lebt in mir und ich
In allem
Jeder Mensch ist so kostbar wie du
und ich
Verbundenheit
13
Mein Inneres Leben ist wie eine Welt
Du öffnest die Pforte
Das Leben der anderen ist wie eine Welt
Du öffnest die Pforte
Dein reich zu betreten
Lehre mich
14
Im Wirrwarr des Tages suche ich ein Zeichen von dir
Wie eine Münze im Gestrüpp
Im Wust der Gedanken warte ich auf ein Wort
aus deinem Mund
Wie Wasser bei Durst
Im Strom der Gefühle vergehe ich
Wie ein Ertrinkender
Verstrickt in Widersprüchen
Von Angst getrieben
Von Sorge verlangsamt
Am Kreuz der Welt
15
Dein Herz
Ist eigentlich
Mein Herz
Ohne Angst und Minderwertigkeitsgefühl
Darf ich dir begegnen
Mein Herz
Ist eigentlich
Dein Herz
Vielleicht lehrt mich das
Den Respekt vor mir selbst
und Sanftheit, Nachsicht, Güte, Geduld.
Deine Wege
sind eigentlich meine Wege
Und Abwege